Gelangweilt, genervt und von der zwergenhaften Krankenschwester in seiner Männlichkeit gedemütigt, liegt Alan Grant vom Scotland Yard nach einem Unfall zur Untätigkeit verurteilt im Krankenhaus und kartographiert die Zimmerdecke. Da er mit seiner Laune für alle anderen kaum ertragbar ist, rät ihm seine Bekannte Marta sich mit etwas Vernünftigem zu beschäftigen: einem Cold Case! Brüsk lehnt er zunächst ab, kann dann der Versuchung doch nicht widerstehen und löst aus dem Bett heraus einen der spannendensten Kriminalfälle: den Mord an den beiden Prinzen im Tower - kriminaltechnisch in den Augen des Inspektors überaus schlampig bearbeitet.
Geistreich und in einer voller Situationskomik geschilderten Rahmenhandlung taucht der Lesende in die Zeit der Plantagenets und Tudors, der Intrige und der Ränkespiele ab. Und trotz der genauen historischen Betrachtungen kommt niemals Langeweile auf, so schlüssig und packend erzählt Tey. Ein absolut gelungener und kluger Krimigenuss in bester englischer Tradition.
Inspector Alan Grant von Scotland Yard muss mit einem gebrochenen Bein das Bett hüten - und fühlt sich wie im Gefängnis. Erbärmlicher noch, denn im Krankenhaus ist Haftverkürzung selbst bei guter Führung ausgeschlossen. Beinahe so demütigend wie die Erinnerung an seinen lächerlichen Sturz ist der schroffe Ton der Krankenschwestern. Am schlechtesten aber erträgt Grant die Langeweile. Eine Freundin rät ihm, sich an einem der vielen ungelösten Rätsel der Kriminalgeschichte zu versuchen, und versorgt ihn mit Porträts berühmter Verbrecher. Beim Anblick von Richard III., der seine Neffen ermordet haben soll, muss Grant stutzen: Keineswegs die Visage eines Mörders, befindet der erfahrene Polizist. Mit der Unterstützung eines unterbeschäftigten Historikers geht Grant der Sache nach und stellt fest: Die Beweislage ist äußerst dürftig. Grant kann der Versuchung nicht widerstehen: Vom Krankenbett aus rollt er einen über vierhundert Jahre zurückliegenden Mordfall ganz neu auf.