"Unsere Gesellschaft des Immer-größer-und-immer-besser ist heute derart hypochondrisch besessen vom eigenen wirtschaftlichen Wohlergehen, dass sie die Fähigkeit, gesund zu bleiben, verloren hat." Dieser Satz ist über 70 Jahre alt und stammt von Aldo Leopold, der als einer der Gründer der Naturschutzbewegung gilt.
In "Ein Jahr im Sand County" schreibt der Forstwissenschaftler und Biologe über die Folgen des menschlichen Eingriffs in das komplexe Zusammenspiel der Wildnis. Er fragt, ob ein höherer Lebensstandard den Preis der wilden freien Dinge wert ist und beschreibt das grundlegende Konzept der Ökologie: die biotische Gemeinschaft. Beeindruckend zeigt er auf, dass der moderne Mensch das Gefühl dieser Gemeinschaft zu seinem eigenen Nachteil verloren zu haben scheint. Fast prophetisch fordert und formuliert er daher eine Ethik des Landes, die nach einer Neubewertung der Werte verlangt. „Eine Handlung ist richtig, wenn sie dazu beiträgt, die Integrität, Stabilität und Schönheit der Gemeinschaft zu erhalten. Sie ist falsch, wenn sie das Gegenteil bewirkt.“ Ein Satz, den man einfach in sich wirken lassen muss. Und dieses Buch ist voll von solch klugen Sätzen. Bitte unbedingt lesen!
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Der hier erstmals vollständig übersetzte und um die wichtigsten Essays ergänzte Almanach des Pioniers des ökologischen Denkens zählt zu den wirkmächtigsten Schriften über die Folgen des menschlichen Eingriffs in das komplexe Zusammenspiel der Wildnis. Als in den 30er-Jahren auch die bisher größte Dürre in den Great Plains nicht zu einem Umdenken in den USA führt, bricht Aldo Leopold nach Deutschland auf, um im Land seiner Vorfahren Anregungen für eine nachhaltige Forstwirtschaft zu bekommen. Begeistert von den dort entwickelten Ideen, wie der des »Dauerwalds«, versucht er nach seiner Rückkehr deren Umsetzung und beginnt mit der Renaturierung des Geländes rund um eine verlassene Farm mit ausgemergeltem Boden am Wisconsin River in Sand County. Seinen Aufzeichnungen über die sich von Monat zu Monat wandelnde Landschaft folgen kurze Prosatexte, die er während seiner über 40 Jahre währenden Forschungen in den Wäldern von Arizona, Oregon und Manitoba verfasst hatte. Seine heute noch drängenden philosophischen Fragen zum Naturschutz beschließen diese so eigenwillige wie prophetische Naturethik eines sich zeitlebens für die Erhaltung von Wildnisgebieten einsetzenden Visionärs.»Das bedeutendste Buch des 20. Jahrhunderts über Umwelt.' - Nature Study