Als jugendlicher Aktivist in der Bürgerrechtsbewegung wollte Jay unbedingt Anwalt werden, um gesellschaftlich Benachteiligten Gehör zu verschaffen. Als Idealist, der er war und immer noch ist, stellte er sich vor, vor Gericht gegen die Ungerechtigkeiten zu kämpfen und die Welt zu einem besseren Ort zu machen.
Die Realität sieht ganz anders aus. Er kämpft mit seiner Kanzlei um das finanzielle Überleben, und zu Beginn des Buches hat er nur eine einzige Klientin, die bereit ist, sein Honorar zu zahlen.
Attica Locke nimmt uns mit auf eine Zeitreise ins Houston der frühen 80er Jahre. Eine wachsende Metropole, deren Hafen für den Umschlag von Öl eine immense Bedeutung innehat und dessen wachsender Erfolg viele Menschen in die Stadt strömen lässt, die ihren Anteil vom Erdöl-Kuchen möchten.
Gewerkschaften und Bürgerrechtsbewegungen stehen dem Öl-Adel gegenüber, die Fronten sind verhärtet. In dieser aufgeheizten Stimmung passiert ein Mord an einem Weißen. Und Jay Porter findet sich unversehens wieder im Kampf um die Wahrheit und gegen die Korrruption.
Polar Verlag e. K. E-Mail: j.ruckh@polar-verlag.de
Texas 1981, Ronald Reagan ist Präsident, Jay Porter ein erfolgloser Anwalt mit einer Strip-Mall-Kanzlei. Entschlossen, den Geburtstag seiner schwangeren Frau Bernie unvergesslich zu machen, mietet er einen Kahn an und nimmt sie mit auf eine Mondscheinfahrt. Plötzlich hören sie Schreie, Schüsse, sehen wie ein Körper aufs Wasser trifft. Porter eilt zu Hilfe und rettet eine verängstigte Frau aus dem Bayou. In seiner Jugend war er ein Black-Power-Aktivist. Er ist nur knapp einer Inhaftierung anlässlich einer erfundenen Anklage wegen Verschwörung zum Mord entgangen. Er fährt die Frau zur nächsten Polizeistation und setzt sie vor der Tür ab. Als Jay erfährt, dass in jener Nacht ein Mann in der Nähe des Bayou getötet wurde, fühlt er sich gezwungen, tiefer zu graben und kommt in Kontakt mit den korrupten Praktiken der Ölindustrie. Houstons schwarze Hafenarbeiter drohen zu streiken, und Jays Schwiegervater, ein einflussreicher Geistlicher, bittet ihn, einen jungen Mann vor Gericht zu vertreten, der behauptet, von einem Hafenbeamten zusammengeschlagen worden zu sein.