Buchcover: Republik der Angst
Republik der Angst
Eine andere Geschichte der Bundesrepublik
Hardcover / gebundenes Buch
Erschienen am: 19.02.2019
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Empfehlung von Michaela Nienhüser
Foto von Michaela Nienhüser
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Frank Biess hat mit "Republik der Angst" eine etwas andere Geschichte der Bundesrepublik geschrieben. Er blickt auf die Entwicklung unserer Gesellschaft mit den Augen einer Generation, die in den 1980er-Jahren im Umfeld der Friedensbewegung aufwuchs, die vom Waldsterben, der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl und dem vom Spiegel vorhergesehenen vorbestimmten Tod durch AIDS nachhaltig geschockt und in Endzeitstimmung versetzt wurde. Der Historiker Biess berichtet auch wie auf diese Endzeitstimmung mit teilweise irrwitzig klingenden Forderungen und Regularien reagiert wurde. Und er zieht nun spannende Parallelen in die Gegenwart, die schon wieder von irrationalen Ängsten geprägt zu sein scheint und stellt die überraschende These auf, dass gerade diese Unsicherheiten eine erhöhte Sensibilität für die drohenden gesellschaftlichen Gefahren geschaffen hätten. Es scheint befremdlich: Ängste machten die Bundesrepublik stärker und stabiler, als manche dies nach dem zweiten Weltkrieg erwartet hätten.
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ISBN/EAN
978-3-498-00678-5
Autor*in
Titel
Republik der Angst
Untertitel
Eine andere Geschichte der Bundesrepublik
Sprache
Deutsch
Gewicht
872 Gramm
Abmessung
53,0 mm (Tiefe) x 155,0 mm (Breite) x 218,0 mm (Höhe)
Seiten (gesamt)
613 Seiten
Verlag/Hersteller
Herstellerkontakt
E-Mail: produktsicherheit@rowohlt.de




Die Anatomie der deutschen Angst.
Frank Biess erzählt die Geschichte der Bundesrepublik als eine Geschichte kollektiver Ängste. Die Furcht vor Vergeltung in der unmittelbaren Nachkriegszeit, die Angst vor einem Atomkrieg und kommunistischer Infiltration in den fünfziger Jahren und dann vor Arbeitslosigkeit durch Automatisierung und vor autoritären politischen Tendenzen, schließlich die apokalyptischen Ängste der achtziger Jahre: Immer waren die politischen Debatten und die deutsche Politik von Angst geprägt, nicht zuletzt von der Angst vor der vermeintlichen Allgegenwart des Faschismus.
Biess geht es nicht darum, im Rückblick die Berechtigung dieser Ängste zu bewerten. Er beschreibt vielmehr ihre prägende Rolle für die Entwicklung des Landes. Die Erfahrung von Krieg und Gewalt, lautet seine These, begleitete die Demokratisierung und Liberalisierung der Bundesrepublik; die Angst stellte die soziale und politische Ordnung in Frage - und stabilisierte sie zur gleichen Zeit.
Schließlich diskutiert der Autor die Auswirkungen dieser Angstgeschichte auf die politische Kultur der Berliner Republik. Sind die aktuellen Ängste vor Krieg, Einwanderung und Terrorismus noch spezifisch deutsch, also auf die deutsche Vergangenheit bezogen? Oder spiegeln sie allgemeinere »transnationale« Befürchtungen, die sich in anderen westlichen Nationen auch finden lassen? Er geht damit der spannenden Frage nach, ob die Geschichte der »deutschen Angst« heute an ihr Ende gelangt ist.