"In der Liebe ist alles wahr und falsch zugleich, es ist das eine Thema, bei dem es unmöglich ist, etwas Absurdes zu sagen." Dieser Satz mag nicht ganz richtig sein, aber er berührt. So wie die ganze Geschichte von Julian Barnes Helden Paul. Mit ihm kehrt er zurück zum gewohnten Terrain, der englischen Vorstadt, den 60er Jahren, ihren Umbrüchen und der Reflexion über gelebtes Leben. Ebenso erzählt er uns von der Absolutheit der ersten großen Liebe, die uns prägt und für Paul letzten Endes das einzige Ereignis bleibt, welches erzählenswert ist.
'Würden Sie lieber mehr lieben und dafür mehr leiden, oder weniger lieben und weniger leiden? Das ist, glaube ich, am Ende die einzig wahre Frage.' Die erste Liebe hat lebenslange Konsequenzen, aber davon hat Paul im Alter von neunzehn keine Ahnung. Mit neunzehn ist er stolz, dass seine Liebe zur verheirateten, fast 20 Jahre älteren Susan den gesellschaftlichen Konventionen ins Gesicht spuckt. Er ist ganz sicher, in Susan die Frau fürs Leben gefunden zu haben, alles andere ist nebensächlich. Erst mit zunehmendem Alter wird Paul klar, dass die Anforderungen, die die Liebe an ihn stellt, größer sind, als er es jemals für möglich gehalten hätte. »Die einzige Geschichte« ist ein tief bewegender Roman über die Liebe. Der große englische Romancier und Essayist Julian Barnes beweist aufs Neue, dass er ein Meister im Ausloten menschlicher Abgründe ist.