"Ein kalter Wind weht durch die 116th Street" so beginnt der herzzerreißende Roman von Ann Petry, der die Geschichte von Lutie und Bubb erzählt und vielen anderen Menschen, die an, mit und von dieser Strasse in Harlem leben. Die alleinerziehende Mutter glaubt an den großen amerikanischen Traum von Benjamin Franklin: Jedermann kann reich werden, wenn er denn wolle und bereit ist hart genug dafür zu arbeiten.
Dummerweise ist sie schwarz und so wird ihr die Tür zum besseren Leben ein ums andere Mal vor der Nase zugeschlagen. Daher legt sie ihre Hoffnung in ihren Jungen, für den sie bereit ist, alles zu geben.
Petrys Roman ist eine Mischung aus Gesellschaftskritik und Spannungsliteratur, der uns komplexe soziale Zusammenhänge verstehen lässt. Niemals im schwarz-weiß verhaftet bleibend, sondern Stereotype leidenschaftlich auseinandernehmend, beschreibt sie die unerträgliche Situation ihrer Heldin mit großem Einfühlungsvermögen für alle Handelnden. Die Geschichte verstört und fesselt bis zur letzten Seite. Bis zum Schluss hatte ich Hoffnung, dass es Lutie gelingt auszubrechen. Ein ganz, ganz großer Roman, dem ich ganz, ganz viele Leser wünsche!
Verlagsgruppe HarperCollins Deutschland GmbH E-Mail: info@harpercollins.de
Als alleinerziehende Mutter kämpft Lutie Johnson unerschütterlich für ihre eigene Würde und darum, ihren kleinen Sohn Bubb inmitten all der Armut, Gewalt und rassistischen Verachtung, die sie umgibt, zu einem anständigen Menschen heranzuziehen. Schauplatz ist die 116th Street auf der Upper Westside in Manhattan. Keiner entrinnt dieser verkommenen Welt, in der Menschen zwangsläufig roh und stumpf und zu kriminellen Verzweiflungstaten hingerissen werden. Lutie ist entschlossen, den Absprung in ein besseres Leben zu schaffen, doch die Niedertracht der Straße und die Bosheit eines menschenverachtenden Systems stellen sich ihr mit aller Macht in den Weg. Ann Petry besitzt den unverwechselbaren Ton einer überragenden Erzählerin, ihr Stoff hat bis heute nichts von seiner erschütternden Dringlichkeit verloren.